Glossar
Eine Elektrospindel (auch Motorspindel) ist eine Werkzeugspindel mit integriertem Elektromotor: Stator und Rotor sind direkt im Spindelgehäuse untergebracht, Riemen und Getriebe entfallen vollständig. Das ermöglicht sehr hohe Drehzahlen, kompakte Bauweise und bessere dynamische Eigenschaften als konventionell angetriebene Spindeln.
Der Begriff Elektrospindel (in der Industrie auch Motorspindel) bezeichnet eine Werkzeugspindel, bei der der Antriebsmotor vollständig in das Spindelgehäuse integriert ist. Der Stator des Elektromotors sitzt fest im Gehäuse, der Rotor ist direkt auf der Spindelwelle aufgepresst oder aufgeschrumpft. Zwischen Motorleistung und Spindeldrehzahl gibt es keine Zwischenglieder wie Riemen, Zahnräder oder Getriebe.
Elektrospindeln werden mit Frequenzumrichtern betrieben. Die Drehzahl ist stufenlos regelbar, der Antrieb reagiert schnell auf Drehzahl- und Drehmomentanforderungen.
Die Elektrospindel vereint auf engem Raum mehrere Funktionsbaugruppen:
Motor: Stator und Rotor sind in das Gehäuse integriert. Typisch sind Asynchronmotoren oder permanentmagneterregte Synchronmotoren. Die Motorwicklung muss auch bei Hochdrehzahlbetrieb thermisch sicher sein; deshalb haben die meisten Elektrospindeln eine Flüssigkeitskühlung des Gehäuses.
Lagerung: Da die Elektrospindel keine externe Stützlagerung hat, muss die Spindellagerung alle Kräfte aufnehmen. Schrägkugellager in verschiedenen Anordnungen (O, X, Tandem) sind Standard; bei sehr hohen Drehzahlen kommen Hybridlager mit Keramikkugeln zum Einsatz.
Werkzeugaufnahme und Spanner: Vorderes Ende mit Spindelkonus (HSK, SK) und integriertem Spannmechanismus.
Schmierung: Bei mittleren Drehzahlen Fettschmierung; oberhalb typischer Grenzdrehzahlen Öl-Luft-Schmierung (Mindestmengenschmierung/Ölnebelschmierung).
Kühlung: Mantelkühlung des Gehäuses mit Wasser-Glykol-Gemisch; bei manchen Ausführungen auch Rotorinnen- oder Wellenspülkühlung.
Je nach Bauart und Einsatzgebiet unterscheiden sich Elektrospindeln erheblich:
Mit steigender Drehzahl steigen die Anforderungen an Lagerqualität, Wuchtgüte, Schmierung und Kühlung proportional an.
Elektrospindeln sind aufwendiger zu reparieren als konventionell angetriebene Spindeln. Neben den mechanischen Komponenten (Lager, Spanner, Dichtungen) muss auch der elektrische Teil geprüft werden:
Bei der Instandsetzung einer Elektrospindel werden Lager, Dichtungen und Spannsystem erneuert, der Motor elektrisch geprüft und die komplette Einheit nach der Montage ausgewuchtet und eingelaufen.
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