Glossar
Ein Wälzlager ist ein Maschinenelement zur Lagerung rotierender Wellen, bei dem zwischen Innen- und Außenring Wälzkörper (Kugeln oder Rollen) abrollen. Die rollende Bewegung erzeugt deutlich weniger Reibung als ein gleitender Kontakt. In CNC-Spindeln bilden präzise Wälzlager die Grundlage für Rundlauf, Steifigkeit und Drehzahlfähigkeit.
Das Wälzlager ist das am weitesten verbreitete Lagerprinzip im Maschinenbau. Zwischen einem Innenring und einem Außenring rollen Wälzkörper ab, gehalten und auf Abstand gehalten von einem Käfig. Durch das Abrollen statt Gleiten entsteht nur geringe Reibung, was hohe Drehzahlen, geringe Erwärmung und lange Laufzeiten ermöglicht.
Für CNC-Spindeln ist das Wälzlager das zentrale Präzisionselement. Es bestimmt maßgeblich, wie genau die Spindel läuft, wie steif sie unter Last bleibt und welche Drehzahlen sie erreicht.
Wälzlager unterscheiden sich nach der Form der Wälzkörper:
Je nach Richtung der aufnehmbaren Kräfte spricht man von Radial-, Axial- oder kombinierten Lagern.
In Werkzeugspindeln werden Wälzlager nach engen Genauigkeitsklassen ausgewählt, üblich sind P4 oder P2 nach ISO 492 / DIN 620. Sie werden definiert vorgespannt, um Lagerspiel zu eliminieren und maximale Steifigkeit zu erreichen. Häufig kommen Hybridlager mit Keramikkugeln (Si3N4) zum Einsatz, die geringeres Gewicht und höhere Drehzahlen erlauben.
Wälzlager sind die häufigste Verschleißursache an Spindeln. Schadensmechanismen sind Ermüdung der Laufbahnen (Pitting), Verschleiß durch verbrauchtes oder verunreinigtes Schmierfett, sowie Schäden durch Überlast oder Kollision. Frühindikatoren sind Geräusch, Temperatur und Schwingung. Bei festgestelltem Lagerschaden ist der Austausch der Spindellager im Rahmen einer Spindellager-Reparatur die übliche Maßnahme.
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